1
Jul
2010

Bewerberfalle für HARTZ IV EMPFÄNGER!

Arbeitsstelle frei als Testeinkaufer
Testkäufer
Das mit dem Umlaut im Betreff kriegt ihr auch noch hin! Ist nicht so schwierig…

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin aber nur einer.

wir bieten Innen die Möglichkeit zusammen mit uns erfolgreich tätig zu sein. Bitte lesen Sie diese Nachricht, und treffen erst dann ihre Entscheidung. Sie fragen sich bestimmt wie wir auf Sie aufmerksam geworden sind. Die Bundesagentur für Arbeit hat uns ihre Personaldaten übermittelt, damit wir selbst mit Innen in den Kontakt treten konnten. Leider können wir auf der Etappe noch nicht eine personalisierte Anwerbung vornehmen und bitten Sie höflichst um eine Entschuldigung und um ihr Verständnis für diese Tatsache, dass wir Sie nicht angerufen haben oder Sie noch nicht bei ihrem Namen nennen. Wir sparen einfach die Zeit damit. Und die gesparte Zeit können wir zusammen für ihre Einschulung nutzen. So kommen wir zusammen an das Ziel.

Was hat die Bundeskörperagentur denn genannt? Meine Mailadresse, ohne Namen? Das ist so ziemlich die bescheuerste Ausrede, die ich seit langem gelesen habe. Und dass durch das Nichteintragen eines Namens (gefühlte Zeitersparnis bei langsamer Arbeitsweise unter einer Minute) so irre viel Zeit für die „Einschulung“ frei wird, hat erheblichen realsatirischen Charakter.

Wir suchen zur Zeit aktive Mitarbeiten für lang und kurzfristige Arbeit in den Bereich Testeinkäufer. Die Stellen sind ab sofort frei und sofort zu belegen.

Ihr seid vor allem mal wieder eine „Firma ohne Namen“ und — obwohl sie so richtig fett im Internet macht — ohne Website. Und überhaupt ohne alles.

Voraussetzungen die Sie mitbringen sollten:
– Computer-Grundkenntnisse (Email, Word, Drucken)
– Pünktlichkeit und Genauigkeit
– telefonisch erreichbar
– Volljährig

Wow, „Drucken“ ist eine Grundkenntnis geworden! Die haben aber echt harte Anforderungen. Das liegt wohl daran, dass es ihnen scheißegal ist, wer auf diese Spam reinfällt. Hauptsache, es fällt jemand darauf rein und wird „Testeinkäufer“ — also macht in seinem eigenen Namen die Geschäfte für die mafiös organiserten Kriminellen, die solche Spams durch die Welt schicken. Das hat für die Kriminellen viele Vorteile. Zum Beispiel, dass sie lustig den „gekauften“ und niemals bezahlten Ramsch weiterverscherbeln können, während die Polizei ihre „Mitarbeiter“ besucht. Ganz tolles Geschäft! Nur nicht für den, der auf diese Spam reinfällt.

Aus den Versprechungen der Gangster…

Was wir Ihnen bieten:
– Flexible Arbeitszeiten auch in Teilzeit
– Abwechslungsreiche Tätigkeit
– Fortlaufendes Training durch verschiedene Aufgaben
– 5 Tage-Woche
– Urlaubsgeld / Weihnachtsgeld

…wird nichts.

Wir werden Innen sicherlich nicht die Geldberge versprechen können. Wir konnen Innen aber eine weitgehende Unterstützung zusichern.

Wenn ich irgendwo arbeite, will ich keine Unterstützung, sondern einen Lohn.

Wir bitten Sie nur in dem Fall uns zu schreiben wenn die Interesse an einer Zusammenarbeit besteht. Es würde das Bewerbungsverfahren beschleunigen, wenn Sie bei der Antwort an diese Mail uns ein detailliertes Lebenslauf mit einem Lichtbild zukommen lassen konnten. Wir werden Innen spätestens in zwei Tagen, nach dem Sie uns die Antwort zugesandt haben, einen personalisierten Vorschlag machen können.

Klar, ordentlicher Datenstriptease vor Leuten, die bestimmt auch noch mit Adressen handeln. Das ist das perfekte Selbstbedienungssystem.

Die Arbeitszeit beträgt 2-3 Stunden 5 Tage die Woche. Der Verdienst beträgt 1350 Euro monatlich netto. Sie können die Tätigkeit auch als Zweitberuf ausführen. Für Rentner sind die Stellen besonders gut geeignet. Ein Firmenfahrzeug stellen wir ihnen auf Wunsch zur Verfügung.

Die Stellen sind so ziemlich für jeden geeignet, der kein Gehirn hat.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, dann freuen wir uns auf Ihre Antwort mit kurzen Bewerbungen an unsere Bewerbung-Stelle: bewerbung (at) net.hr

Und auf gar keinen Fall die Mail beantworten, indem man auf „Antworten“ in seinem Mailprogramm klickt, denn der Absender ist — wie immer — gefälscht. Das ist genau die richtige Grundlage für eine „vertrauensvolle Zusammenarbeit“, nicht wahr!?

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Und zu guter Letzt noch eine als Höflichkeit getarnte Unverschämtheit. Meine Aufmerksamkeit wurde von Spammern erzwungen.

23
Jun
2010

PAYPAL SPAM!!!

PayPal
Im Moment kommt wirklich einiges an PayPal-Phishing. Die folgende Mail sagt in ihrem gefälschten Absender, dass sie von „PayPal Center Security Inc“ kommt — und der wirkliche Absender denkt wohl, dass so ein Wortdreher bei den Opfern gar nicht weiter auffallen wird. Auch der Rest der Mail ist eher… ähm… mies und peinlich, fast schon zum fremdschämen.

Dear Members,

Aha, ein einzelner Empfänger wird also nicht nur nicht mit Namen, sondern auch noch im Plural angesprochen. Und dass es sich bei PayPal wohl eher um „Kunden“ als um „Mitglieder“ handelt — geschenkt! Da fragt man sich nur…

This account has been locked with a €-89.00 EUR balance.

…ob PayPal wohl an alle Kunden mit den gleichem Kontostand einfach eine Rundmail abschickt. Kleiner Tipp: Das tun die nicht. Diese Mail ist nicht von PayPal, es ist eine Spam. Diese will ihre Empfänger hübsch alarmieren, damit sie etwas weniger aufmerksam in der Internetnutzung sind und zum Opfer der Verbrecher werden können. Dazu dient nicht nur ein Kontostand, der dezent in die Miesen abgerutscht ist, sondern…

All information associated with this account has been blocked from the PayPal system and cannot be registered with another account.

…auch der Hinweis, dass dieses Konto jetzt gesperrt ist. Und natürlich auch, dass man nichts machen kann, um sich erneut anzumelden. Das einzige, was einem verbleibt, ist der dumme Klick…

To unlock your account please click here.

…auf den dümmsten Standardlinktext in Spams, auf die Worte „click here“, die in einem Text gnadenlos sinnlos wirken und von keinem einigermaßen um sein Ansehen bedachten Unternehmen verwendet werden würden. Dieser Text — der bei mir übrigens immer zu einer Spamerkennung führt — ist denn auch kein Link auf die Website von PayPal, sondern er führt zum Server bluemettle (punkt) com (punkt) au und ruft dort eine Datei mit dem „hübschen“ Namen POSTER-2.htm ab. Das wirkt dann schon weniger vertrauenerweckend und sieht aus, als hätte jemand die Upload-Funktion einer Website für seine kriminellen Absichten ausgebeutet.

Was einem dort begegnen wird, ist eine Seite, die aussieht, als könne man sich bei PayPal einloggen. Die dort angegebenen Zugangsdaten gehen aber nicht zu PayPal, sondern sie fallen in die Hände von Verbrechern.

Thank You

Vielen Dank für diese Stümpereien, ihr Ganoven — denn das hält den Schaden hoffentlich klein.
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